Der Ritter - das (un)bekannte Wesen

Unsere Ritterbünde im Deutschen Ritterbund sind ein Zusammenschluss von historisch interessierten, deutsch sprechenden Menschen, die sich für ihr Rollenspiel das Mittelalter ausgewählt haben. Die Grundwerte des Ritterbundes begründen sich in unserer europäischen Kultur, die geprägt ist von Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Wir befolgen die freiheitlich-demokratischen Rechtsnormen, in denen die Menschenwürde an erster Stelle steht. Dazu kommen die Ideale des Hochmittelalters mit der Treue, der Freigebigkeit, der Güte, der Bruderliebe, der Tapferkeit und der Minne. Dies zusammen ergibt die Grundpfeiler unseres ritterlichen Gebildes mit Freundschaft, Tradition, Kultur und Humor.

Der Ritterbund ist ein in sich gefestigter Freundschaftsbund, der sich von der Profanei, von dem Alltagsstress und den Alltagssorgen befreien will. Dazu werden bei den Kapiteln politische wie religiöse Themen grundsätzlich nicht erörtert.

Wappen des Deutschen Ritterbundes

Aus dem Handbuch der Ritterbünde

 

Die ritterliche Laufbahn

 

Mitglieder eines Ritterbundes werden unabhängig ihres ritterlichen Standes Sassen oder Recken genannt. Mit der Knappenaufnahme beginnt der ritterliche Werdegang und findet seinen Abschluss mit dem Ritterschlag.Der Ritterbund wird vom Großmeyster geleitet. Die Wahl desGroßmeysters erfolgt durch den Convent (alle zum Ritter geschlagenen Sassen). Im Ritterbund gibt es zur Unterstützung des Großmeysters zahlreiche Ämter.

 

 

Die Ämter Großmeyster, Gebietiger, Zucht- und Knappenmeyster und Freigraf können nur von Rittern ausgeübt werden. Weitere Ämter sind der Kanzler, der Schatzmeyster, der Burgpfaffe, der Zeremonienmeyster, der Burghauptmann, der Kellermeyster, der Herold u.a. mehr.

 

Der ritterliche Werdegang beginnt mit dem Pilgrim. Es ist die Phase der gegenseitigen Prüfung. Der Pilgrim oder Prüfling genannt, prüft seine Erwartungshaltung an die ritterlichen Abläufe und wird aber auch selbst gemessen, ob er die Voraussetzungen für die Aufnahme in einen ritterlichen Bund erfüllt.

 

Nach Aufnahme eines Pilgrims in den Ritterbund beginnt sein ritterlicher Werdegang als Knappe. Es ist die Zeit des Lernens und des Begreifens ritterlicher Ethik und die Zeit des Wachsens freundschaftlicher Verbundenheit zu den gleichgesinnten Brüdern seiner Ritterschaft.

 

Die nächste Laufbahnstufe ist der Junker. Der Junker ist das Sinnbild des Übergangs, des Werdens, also auch der Zeit des Kampfes mit sich selbst auf dem Weg der Vervollkommung ritterlichen Tugenden.

 

Abschluss und Könung der ritterlichen Laufbahn ist der Ritterschlag. Doch ehe dieser vollzogen wird, hat der Junker seinen Lehensnamen, sein Wappen und seinen Wahlsproch vorzuweisen. Ferner muss der Lehensbrief beim Hochmeyster des Deutschen Ritterbundes beantragt sein. Nach dem Ritterschlag wird er eingekleidet. Er trägt als Zeichen seines Standes den Rittermantel, das Barett mit zwei Federn oder den Lehenshut oder das Ordensbarett und, abhängig von der Burgordnung, Schwert und Ritterkette.Nach dem Ritterschlag berichtet er über sein erwähltes Lehensgeschlecht bzw. über seinen Ritternamen. Als Ritter kann er jedes Amt im Bund übernehmen und zum Leibritter gewählt oder bestimmt werden.

 

 

Unser Großmeyster ist der Hochedle Eberhard von Nellenburg
Unser Thron

Das Kapitel

 

Das Kapitel ist das laut Kapitelfolge festgelegte Zusammenkommen der Sassen. Es dient der ritterlichen Begegnung nach vorgegebenem Zeremoniell. Dazu wird kleine Rüstung oder je nach Anlass große Rüstung getragen. Es gibt einige Sonderformen von Kapiteln wie z.B Trauerkapitel oder Sassenabend. In der Regel jedoch handelt es sich um ein sogenanntes "einfaches Kapitel" oder "Festkapitel".

Die ritterliche Zusammenkunft - das Kapitel wird in der Regel in drei Teilen abgehalten:

  1. Das strenge Zeremoniell soll ausschließlich der ritterlichen Idee gewidmet werden. Dieser Teil hat folgende Abfolge: Rüsten - Burghauptmannsmeldung - Lichterspruch - Kapitelweihe - Begrüßung durch den Großmeyster -  Heroldsmeldung  - Chronika - Vorträge - Aufnahme, Ernennung, Ritterschlag.
  2. Die Sippung dient der ritterlichen Erbauung, der Freude, dem Humor und dem persönlichen Gedankenaustausch. Elemente sind Vorträge ernster oder heiterer Art mit Diskussion, die Humpenkreisung, Freies Thing (z.B. Fehde), Walhallgedenken, Freigraf/Schund- und Penzmeyster.
  3. Die Fidelitas dient der allgemeinen Unterhaltung und dem Gespräch.Sie ist geprägt von Vorträgen heiterer Art (Gaudium), musikalischer Unterhaltung, Pfründegang, Schlusswort durch den Großmeyster, Verlöschen der Kapitelkerze, Abrüsten.

 

Die ritterliche Sprache

 

Die Sassen bedienen sich im ritterlichen Zeremoniell wie auch beim übrigen Zusammensein im Rempter einer eigenen, besonderen Sprache. Diese ritterliche Redensart ist aus dem Mittelhochdeutschen entlehnt und mit der blumenreichen Sprache der Romantik und des Biedermeiers vermischt. Die eigene Ausdrucksform hilft uns, sich von der profanen Identität zu lösen und das ritterliche Spiel anzunehmen. Mit dem Lehensnamen, der Rüstung und der Sprache haben wir die gewünschte, vollkommene Trennung vom Profanen erreicht.

Die ritterliche Sprache unterstützt uns dazu, denn wir reden, wenn wir uns selbst meinen, nur von "Wir" und "Uns". Die anderen Sassen sprechen wir mit "Ihr" und "Euch" an. Kleidung, Name und Sprache gewährleisten uns damit die neue/andere Identität.

Auch willkürlich zusammengestellte, meist lustig anmutende Wortgebilde treten an die Stelle von "zu modernen"  Begriffen. Der Phantasie wird weiter Spielraum gelassen. In romantischer, historischer Weise und unter Achtung des Nächsten sollen die Gespräche im Remter geführt werden.

 

Hier einige Beispiele für Redewendungen

 

Wir haben....        Wir sind...      Wir benamsen uns...

 

Ihr seid uns herzlich willkommen              Wir reichen Euch die Schwertrechte...

 

Wir bitten zum Kapitulum zu rüsten....       Wir heißen Euch auf Burg.........herzlich willkommen mit einem Gott zum Gruß!

 

Wir tun Euch kund und zue wissen.....       Wir heischen um Ruhe

 

Kellermeyster, reicht den Humpen dem....Es soll Euch gedeihen....   Ein Wohl bekomm's Euch

 

Wir bitten ums Wort                                   Wir bitten für unseren Ehrsamen Knappen........ums Wort

 

Der Hochedle Großmeyster hat in seiner unendlichen Güte....

 

Dixismus  (Wir haben gesprochen)

 

 

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